Category Archives: in general

how we got our name…

here is finally the story you all have been waiting for…

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geschlossene gesellschaft

neulich war ich auf einer „open stage“-veranstaltung. offene bühne. das ist, wenn eine bar verstärker und mikros bereit stellt, um hobbymusikern wie dir und mir eine plattform zu geben. das publikum an diesen abenden ist stets begeisterungsfähig – aus zwei gründen: zum einen schleppen all die gitarristen und sängerinnen ihr eigenes klatschvieh in den club. zweitens sind viele gäste innerhalb kürzester zeit voll (weshalb die bars das ja auch machen). bisweilen ist alkoholkonsum dabei aber auch vonnöten. nur so lässt sich der oftmals gefühlsduselige singsang überhaupt ertragen. bis hierhin gäbe es auch gar nichts einzuwenden gegen open stage. aber im zweiten satz habe ich einen kleinen fehler eingebaut.

denn open stage ist keinesfalls so gleichmacherisch wie es klingt. weder ist die bühne offen, noch sind es die menschen, die dort saiten zupfen oder ins mikro wimmern. im gegenteil: wer sich schon einmal die mühe gemacht hat, so eine veranstaltung zweimal zu besuchen, wird feststellen, dass es immer dieselben gestalten sind, die da auf der bühne stehend oder einem sofa sitzend ihr lebenstrauma verarbeiten. das nämlich, von der welt einfach nicht gehört werden zu wollen und zu eingenommen von sich selbst zu sein, um es in einer band versuchen zu können. ignorance is strength. open stage is closed.

die einsicht hat mich ereilt, als ich mich vor ein paar jahren auf die offene bühne begab, um schlagzeug zu spielen. obgleich nicht meine kernkompetenz, habe ich doch einen passablen beat abgeliefert. reaktion: ich wurde förmlich weggemobbt von meinen „mit“-musikern; erhielt so lange fingerzeige und abschmetternde gesten, bis ich entschied, dass es zeit sei, mich zurückzuziehen. es dauerte nicht mal einen song. dann setzte sich jemand ans schlagzeug, dessen gesicht ich kannte. er hatte da schon gesessen, bevor ich die sticks ergriff. wenn ich heute darüber nachdenke, kommt es mir aber nicht mehr so schlimm vor: schließlich darf jeder mal. nur dürfen manche länger als andere.

torben


zwischen berlin und hamburg

schnellzüge zwischen berlin und hamburg sind zu stoßzeiten voll mit anzugträgern und vor sich hin schlummernden pendlern. abgesehen vom rascheln der zeitungen, unmotivierten ansagen des zugpersonals und dem obligatorischen klickern von laptop-tastaturen hört man meistens gar nichts.

landet man nun unverhofft in dem etwas langsameren eurocity, gestaltet sich das ganze oft ein wenig anders. die halbe stunde, die man verliert, ist vielen fahrern zu schade, und mit etwas glück erwischt man einen regelrechten geisterzug. aber das macht den reiz aus: sich in einem komplett leeren abteil niederzulassen, vielleicht sogar den laptop auszupacken und ein wenig an sounds zu tüfteln – untermalt vom rumpeln des nicht mehr ganz so neuen waggons. und bei langeweile holt man sich in einem vom slowakischen personal betriebenen zugrestaurant einen kaffee und freut sich über die altmodische einrichtung und die skurrilen tischdecken.

kid loco hat einmal einen song “flyin on 747” genannt. vielleicht ist es tatsächlich so, dass selbst zugfahren und fliegen hier und da inspirierend sein kann und gerade dort interessante musikalische ideen entstehen.

jedenfalls ist der blick auf eine untergehende sonne – entschuldigt dieses klischee – auch aus dem zugfenster manchmal erhebend.

paul