Pilots

computer "pilots"

die entstehung von „pilots“
liner notes

(musik gefällig?)

kurz nach der veröffentlichung unseres debütalbums „give me a frame“ 2008 über pop-u-loud arbeiteten wir schon wieder an neuen songs. wir trafen uns in hamburg und berlin, stellten unseren computer auf einen wohnzimmertisch und bauten eine burg aus gitarren, bässen, synthesizern, drumcomputern, game boys und effektgeräten.

pesca frickelt

wir ließen einfach laufen, probierten jede spontane idee aus und ernährten uns tagelang von kaffee, fast food und wodka. in dieser zeit verloren wir das gefühl für die realität und tauchten in unsere eigene welt ein. dort spielten bewertungen keine rolle: theatralisch, kitschig, peinlich, „das kann man so nicht machen“, indie, pop, arty oder abgehoben gab es nicht. alles war offen.

diese freude am surrealen weckte in uns die fantasie, mit einem riesigen computer, umgebaut zu einem fluggerät, herumzufliegen und musik zu machen. wir würden pilotenbrillen und -mützen tragen und könnten überall auf der welt unsere freunde besuchen und sie dazu einladen, mit uns zu fliegen.

brille der computerpilots

gleichzeitig packte uns aber auch ein hoher anspruch an uns selbst und der hang zu details. ich nahm mir sehr viel zeit für das songwriting und wir alle schraubten wie besessen an den sounds, um diese fiktive welt in klänge zu verwandeln.

mit dem bild von uns als computer-piloten im kopf und dem gefühl von grenzenlosigkeit nahmen wir unsere songs mit ins hamburger festland-studio, um dort alles aufzunehmen. die wahl des studios fiel nicht schwer: hier hatte ich mit swen meyer bereits an vielen platten gearbeitet. die gemütlichkeit des studios und die darin kreativ wirkenden personen wie swen, achim degen, christian kühl, ruben scheffler und kian djalili gaben uns die perfekte atmosphäre, um über monate an dem album zu feilen.

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den gedanken, dass wir mit unserem fluggerät freunde besuchen, die mit uns auf die reise gehen, wollten wir jetzt auch wirklich umsetzen. und alle, die wir fragten, machten uns die große freude, sich zeit dafür zu nehmen und mit viel geduld, hingabe und liebe für’s detail einen wertvollen beitrag zu unserem album zu leisten.

so schickten wir den song „doodoodoo“ nach malmö in schweden zu ola frick von den moonbabies, der schlagzeug dazu spielte und aufnahm. wir luden unsere freundin marie meier ins festland-studio ein, um auf „golden elephant“, „our friend and helper“, „fall asleep“ und „a ghost on your shoulder“ geige zu spielen. mein bruder stephan (myspace.com/emilmusik) besuchte uns und sang zu „naked on the roof“ und „my dear mister singing club“ chorstimmen ein.

mit unseren freunden anneli bentler und dominik müller, damals noch bei mikroboy, gingen wir ins hamburger tonhotel. dort ließ uns gerd mauff mit seiner gastfreundschaft und unterstützung sehr wohl fühlen. anneli spielte flügel zu „a ghost on your shoulder“ und dominik schlagzeug zu „golden elephant“.

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achim degen hat genauso wie swen meyer die entstehung des albums mitverfolgt und uns mit konstruktiver kritik und motivierendem zuspruch zur seite gestanden. sie haben „pilots“ dadurch stärker als sie denken beeinflusst. achim sang für „a ghost on your shoulder“ backing vocals.

unser freund erik langer von kettcar lud mich in sein studiozimmer ein, wo wir bei einer guten flasche rotwein das akkordeon zu „our friend and helper“ aufnahmen. und christian hake von home of the lame und kettcar spielte in seiner wie immer unverwechselbaren art schlagzeug für „a ghost on your shoulder“, das wir wieder im festland-studio aufnahmen. an dieser stelle unendlichen dank an alle – besonders an jan clasen, der uns seit jahren unterstützt.

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als wir dann so weit waren, dass wir mit dem mischen der songs beginnen wollten, merkten wir, dass „pilots“ komplett anders klang als „give me a frame“. so anders, dass wir beschlossen, uns umzubenennen. wir dachten, wir seien nun eine neue band mit neuem sound, also bräuchten wir auch einen neuen namen. so lag nichts näher, als uns „computerpilots“ zu nennen.

wir wollten die stimmung der fantasiewelt, in der wir waren, an die hörer des albums weitergeben, und so fingen wir an, sie auszubauen. wir besorgten uns schwarze jacken, nähten zweireihig große knöpfe dran und setzten uns fliegerbrillen und -mützen auf. wir stiegen auf das dach eines berliner altbaus, zusammen mit unserem freund max kullmann, der uns fotografierte.

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die bilder sollten zeigen: wir sind jetzt die computerpilots! auch unser flugschiff sollte jeder kennenlernen. also entwarf thomas israel von tonic trix ein fluggerät und animierte einen kurzen videoclip, der zeigt, wie wir als computerpilots in das fluggerät klettern und damit über die dächer unserer heimatstadt hamlin (hamburg und berlin) fliegen.

COMPUTERPILOTS Band-Teaser from Tonic Trix on Vimeo.

als wir von unseren freunden und kollegen mikroboy, bei denen ich live gitarre spiele, eingeladen wurden, in ihrem video zu „nichts ist umsonst“ aufzutauchen, haben wir uns dafür sogar das komplette outfit angezogen. so sicher waren wir uns, dass wir jetzt diese neue band waren. wir arbeiteten lange an einem live-konzept, in dem wir als computerpilots agierten. wir bauten leinwände, besorgten projektoren, nebelmaschinen und konfettikanonen. mit unserem freund robert heel arbeiteten wir an visuals und überlegten uns unzählige details, die unser konzert zu einem merkwürdigen, bunten und fantasievollen event machen würden.

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mittlerweile waren zwei jahre verstrichen, als das album endlich fertig war. gerne poets von unserem verlag schickte ein demo mit den fotos und dem videoclip an die plattenfirmen, mit denen wir uns eine zusammenarbeit vorstellen konnten. und während wir abwarteten, bei welchem label unser neues album ein zuhause finden würde, hatten wir viel zeit, um alles auf uns wirken zu lassen.

wir trafen uns in berlin, stellten einen computer auf einen wohnzimmertisch und bauten eine burg aus gitarren, bässen, synthesizern, drumcomputern, game boys und effektgeräten. wir ließen einfach laufen, probierten jede spontane idee aus und ernährten uns tagelang von kaffee, fast food und wodka. und ohne, dass wir wirklich darüber reden mussten, war uns klar: wir sind immer noch computer.

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letztlich waren wir für ein album in diese andere welt getaucht, die welt der computerpilots. deshalb haben wir den entschluss gefasst, uns nicht umzubenennen oder zu verkleiden, um unsere ideen und visionen verständlich zu machen. wir wollen uns nicht hinter einer fassade verstecken, um unsere musik zu rechtfertigen. das ist unsere musik und punkt. und wir sind computer. punkt.

diese entscheidung sorgte dafür, dass wir auch mit keiner plattenfirma mehr zusammenarbeiten wollten. so, wie wir uns bei ihnen vorgestellt hatten, wollten wir ja gar nicht mehr sein. deswegen waren wir uns einig, die veröffentlichung selbst in die hand zu nehmen.

computer "pilots"

annette haack gestaltete ein großartiges artwork, das das luftschiff in einem neuen gewand zeigt. und sebastian waschulewski hat das album final gemastert. am 20. mai ist es so weit: unser neues album „pilots“ veröffentlichen wir auf computer.bandcamp.com. dort könnt ihr euch die songs und das artwork für weniger geld kaufen, als ihr jetzt wohl denkt. wir freuen uns natürlich, wenn ihr uns für unsere arbeit belohnt, aber das geld soll euch nicht im wege stehen die platte zu hören.

das ist es nämlich, was uns nach der ganzen geschichte und der vielen arbeit am wichtigsten ist und am meisten freuen würde: wenn ihr das album, das entstanden ist, während wir die computerpilots waren, einfach hört, kennenlernt und euch vielleicht sogar richtig damit anfreundet.

pesca und computer

computer 2011

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